| | |

traweegensemble
NORBERT TRAWÖGER, Flöten
PETRA RISCHANEK , Hackbrett
YOVA DRENSKA , Akkordeon
DIDI HOLLINETZ , Kontrabass
das traweegensemble (tra=drehen, zwischen; weeg=weg) wurde 2007 von norbert trawöger mit der absicht gegründet, etablierte grenzen zwischen unterschiedlichen klangarten, - weisen, - stilen oder – geografien verschwimmen zu lassen und immer wieder neue wege zu beschreiten oder auf beschrittenen wegen nicht nur unvermutet abzubiegen.
das „jahreszeiten“-projekt ist ausgangspunkt einer offenen, wandelbaren klangreise.
konzert bei kerzenschein in der jakobskirche - kulturcafe pichl, juni 2009
STIMMEN ZUM JAHRESZEITEN-PROJEKT
... STELLTEN HERRLICH UNTERHALTSAME VIVALDI-ALTERNATIVEN IN DEN RAUM, DIE SCHNURSTRACKS IHREN WEG ZUM PUBLIKUM FANDEN.
CG, KRONENZEITUNG 24. MAI 2009
GROSSARTIGE ZEITGENÖSSISCHE MUSIK.....
MICHAEL WRUSS, OÖN 9. MAI 2008
... OPTIMAL GELUNGENE AKUSTISCHE ERGEBNIS EINER ZUTIEFST ABENTEUERLICHEN IDEE...
CHRISTINE GRUBAUER, VOLKSBLATT 17. MAI 2008
...DIE TECHNISCHE BRILLANZ ... BRACHTE DAS PUBLIKUM ZUM SIEDEN.
CHRIS, KRONENZEITUNG 15. AUGUST 2009
...MEISTERHAFT GESPIELT.....
FRANZ ZAMAZAL, LANDESKULTURBERICHT JUNI 2008
... MITREIßEND, GEFÜHLVOLL UND LEBENDIG MUSIZIERT VON VOLLBLUT-MUSIKERN UNSERER TAGE.
ELISABETH LEITNER, KIRCHENZEITUNG 28. JÄNNER 2009
DIE UNGEWÖHNLICHE INSTRUMENTIERUNG (...) LÖSTE, AUCH WEGEN DER VIRTUOSEN KLANGKOMBINATIONEN, BEGEISTERUNG AUS.
GRUB, VOLKSBLATT 18. AUGUST 2009
AUSGEHEND VON VIVALDIS KOMPOSITON HAT DAS TRAWEEGENSEMBLE HEUTIGE KOMPONISTEN EINGELADEN.... DABEI SIND JUWELEN FÜR FLÖTE, HACKBRETT, AKKORDEON UND KONTRABASS ENTSTANDEN....
DER STANDARD, SZENARIO-TIPP, 13. AUGUST 2009
"So ein fantastisches Musizieren, so überzeugend, eigenwillig und kühn zugleich." prof. gérard schaub - ehemaliger soloflötist der göteborger symfoniker und professor an der musikhögskolan göteborg
"... den Eindruck zu erwecken, einer freien Improvisation beizuwohnen. "Prelude sans mesure" im barocken Sinn!" christian gurtner - soloflötist der wiener akademie - über die einspielung des vivaldischen "frühling" in der soloflötenversion von jj rousseau
"... wir danken euch für dieses tolle konzert!! ALLE waren sehr beeindruckt und begeistert..."
michi gaigg - leiterin des l'orfeo barockorchesters und intendantin der donaufestwochen, august 2009
JAHRESZEITEN - CD
ANTONIO VIVALDI (1678 – 1741)
La Primavera op. 8/1 RV 269
in einer Bearbeitung ( 1775 ) für Soloflöte von Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778)
1 Allegro [ 03 : 10 ]
2 Largo [ 02 : 31 ]
3 Allegro [ 03 : 47 ]
ALOIS WIMMER (*1960)
Frühlingsrolle (2007) für Flöte, Hackbrett, Akkordeon und Kontrabass
4 Allegro [ 03 : 22 ]
5 Andante rubato [ 02 : 51 ]
6 Allegro [ 03 :00 ]
BALDUIN SULZER (*1932)
Sommersprossenmusik (2007) für Flöte, Hackbrett, Akkordeon und Kontrabass
7 Andante [ 05 : 36 ]
NEBOJSA KRULANOVIC (*1958)
Herbst (2007) für Flöte, Hackbrett, Akkordeon und Kontrabass
8 Moderato quasi Andante [ 09 : 23 ]
RUDOLF JUNGWIRTH (*1955)
winter (landschaft 1) (2007) für Flöte, Hackbrett, Akkordeon und Kontrabass
… man zittert
… bitter ---- kalt, … bitterkalt …
… auf dem eis geht man mit langsamem schritt / aus furcht … hinzufallen
9 viertel 60 mm [ 10 : 42 ]
WORTE ZUR CD:
JETZT
Klänge kennen weder Zeit noch Geografie. Und doch vermag uns ihre
Flüchtigkeit Gegenwart zu schenken, uns in Stimmungen, Zustände, Gerüche,
Landschaften oder Zeiten zu katapultieren oder Räume zu öffnen.
1775 bearbeitet der große Denker Jean-Jacques Rousseau den genau 50 Jahre
zuvor entstandenen „Frühling“ von Antonio Vivaldi für Soloflöte. Längst
erschüttert Rousseau ganz Europa mit seiner aufklärerischen Ideenwelt und
wird drei Jahre vor seinem Tod der musikalischen Urmission nicht untreu.
Dieser „La Primavera“ war auch Initiation zu einer Idee, die Sie letztlich auf
diesem Klangträger nachhören können. Rousseaus Aufruf (aus seinem
Erziehungsroman „Émile“): „Man muss an alle Jahreszeiten denken.“ –
erreicht mich in postprophetischer Hellnachsichtigkeit in den Momenten der
Vollendung dieses Projekts.
Von meiner Idee ließen sich vier Klangschöpfer unserer Zeit begeistern und
nahmen die Herausforderung herzhaft an, für eine Besetzung ganz eigener
Art erstmals Stücke zu schaffen. Vier Jahreszeitmusiken, vier Klanghimmelsrichtungen,
von vier und mehr Standorten erlauscht, finden sich unvermutet
wenn auch nicht unbeabsichtigt unter einem von mir gespannten Bogen.
Nebeneinander entstanden, verschmelzen sie zeitlos ineinander, als ob sie
schon immer von einander gewusst hätten. Klänge kennen keine Grenzen.
Vier von vier für vier und doch viel mehr.
Alles hat seine Zeit, vor allem Jetzt.
NORBERT TRAWÖGER
DIE ZEIT IST KURZ, SEI LUSTIG
„Musik“, hat der amerikanische Dichter Sidney Lanier (1842 – 1881) einmal
gesagt, „ist die Liebe auf der Suche nach einem Wort“. Lanier hatte für vieles
weniger Zeit als andere, früh entdeckte er über das Flötenspiel seine Liebe
zur Musik, früh zog er aus, im amerikanischen Bürgerkrieg das Fürchten zu
lernen und früh starb er. Ein Freund, der um die Begrenztheit der eigenen Zeit
wusste, sagte an einem Frühlingstag von entsetzlicher Schönheit, nachdem
er ein Gedicht des Amerikaners vorgelesen hatte: „Die Zeit ist kurz, sei lustig.“
Musik ist, wie Literatur, ein Umgehen mit, ein Sichbewegen in der Zeit.
Ihr Verfließen wird uns weniger durch die kleinen Intervalle, welche die Uhren an
unseren Handgelenken verticken, oder das tägliche Abreißen des Kalenderblatts
bewusst, sondern am ehesten durch den Wechsel der Jahreszeiten, denen wir in
geheizten Wohnungen und klimatisierten Büros immer wie weniger ausgeliefert
zu sein meinen – und es gerade deshalb umso mehr sind. So wie unseren
Gefühlen. Jahreszeiten also, Vivaldis Frühling, bearbeitet von Rousseau, Alois
Wimmers „Frühlingsrolle“, Balduin Sulzers Sommersprossenprosa, Nebojsa
Krulanovics „Herbst“ und Rudolf Jungwirths „Winter“. 45 Minuten Musik, der
ephemeren Tyrannin Zeit auf der Spur, ihren Klängen, Gerüchen, dem Werden
und Vergehen, der Stille auch. 45 Minuten Musik von zeitgenössischen
Komponisten für das traweegensemble geschrieben, Bewegung und Licht
evozierend, schneebehangene Tannen, Schäfchenwolken, den April, der den
Hängen das Grün in die Wangen jagt, Hitze und Kälte, Stürme. Schön ist die CD
geworden, intensiv und schnörkellos. Musik hat, wie die Liebe, mit dem
Unsagbaren zu tun. 45 Minuten Jahreszeiten und eine Ermutigung, mit offenen
Augen und Ohren durch die Welt zu gehen.
STEFAN GMÜNDER
VIER
Die tägliche Drehung der Erde um ihre Achse ergibt Tage und Nächte.
Dazu steht die Erde schief. Irgendwann ist sie gekippt, um 21 Grad.
Seitdem kommen Herbst, Winter, Sommer, Frühling und gehen und kommen
wieder. Rezitative der Zeit.
Wer will das verstehen? 21 Grad!
– so werden Jahreszeiten zu in Überlegungen hineingenommenen
Alltagsphänomenen und metaphorisch. Ist der gedachte Frühling nicht immer
der „kommende“, der gedachte Sommer nicht immer der „letzte“?
Der Herbst zweideutig und rheumatisch? Die Tage des Winters ein langer,
tiefer Schlaf? Jahreszeiten sind die Reaktion der Zeit in Intervallen,
die Mehrstimmigkeit archetypischer Befindlichkeiten.
Manchmal ist Musik Verflüssigung von Sprache in semantische Klarheiten.
Spontane Assoziationen gehen mit dem Takt konform. „Was der eine in der
einen Form begonnen hat, führt der andere – in derselben Form nicht weiter.“
Da ist Vivaldi, da kommt Wimmer. Und Sulzer. Und Krulanovic. Und Jungwirth.
Die Sprache von Klängen ineinander, untereinander. Ob am Rande des
Hörbaren oder mittendrin.
„Du siehst, in der Musik ist nichts sicher. – Als die Musik“, antwortet Ludwig Hohl.
REINHARD WINKLER
"Largo" aus ANTONIO VIVALDI (1678 – 1741) "La Primavera" op. 8/1 RV 269
in einer Bearbeitung ( 1775 ) für Soloflöte von Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778)
Norbert Trawöger - Flöte
LIVE - Donaufestwochen Grein - 13. August 2009 in der Pfarrkirche Grein
 |
|
|
| | norbert traweeg musiker wort |
|
|